Nächster Stop: Redwood National Park an der Nordküste Kaliforniens. Die Redwood-Baumriesen werden hier mehr als 100m gross, da kommt man sich als Wanderer schon ziemlich winzig vor.
Zurück bei unserem Campground direkt an der Küste, erhielten wir Besuch von einer halbzahmen Möwe, die sehr an unseren Chips interessiert war, jedoch weniger an unserer Moralpredigt, dass sich junge Möwen ihr Futter gefälligst im Meer suchen sollen.
Nachdem wir genug moosbehangene Riesenbäume gesehen hatten, gings der sehr kurvenreichen Küstenstrasse nach weiter, immer Richtung Süden.
Die Temperatur stieg kontinuerlich und auch das Wetter wurde immer besser. Vom gefürchteten Küstennebel war nichts mehr zu sehen und die Sonnenuntergänge wurden immer kitschiger.
Und dann (tataaa!): die Golden Gate Bridge! Auf der einen Seite wilde, unbewohnte Küste, auf der anderen Seite San Francisco, 6-spurige Highways und Wolkenkratzer. Wir wollten uns nicht mit dem Auto in die Innenstadt wagen und fuhren so direkt wie möglich weiter Richtung San Jose, Hauptstadt des Silicon Valley. Eric & Mariah, welche wir auf unserer Wanderung in El Bolson (ARG) kennengelernt hatten, empfingen uns dort super gastfreundlich.
Fürs Wochenende hatten sie bereits ein Touristenprogramm für uns zusammengestellt. Zuerst gings nach Santa Cruz, der nordkalifornischen Surferhochburg, wo sie über 5 verwandschaftliche Ecken ein Beach-House für uns organisiert hatten.
Am nächsten Tag gings dann ins Napa-Valley zur Weindegu. Mit unserer gesammelten Argentinien-Chile-Weindegustiererfahrung konnten wir uns natürlich als erfahrene Önologen aufspielen und den 2002 Petit Syrah locker mit dem 2003 Carmenère aus Chile vergleichen ;).
Sechs Weingüter später entschlossen wir uns die Wein-Tour mit ein bisschen Schämpis abzuschliessen und besuchten die Chlöpfmoschterei von Chandon. Besonders die weibliche Hälfte der Weintester war von den verschiedenen Champagnersorten recht angetan, besonders da die Mannen für einen stetigen Cüpli-Nachschub sorgten...
Da Eric & Mariah sich wieder ans Geldverdienen machen mussten, hüpften wir in den Pendlerzug Richtung San Francisco, um das obligate Touristenprogramm zu absolvieren (z.B. chinatown) und damit wir von der Stadt mehr als nur die GoldenGate Bridge zu sehen bekommen.
Besonders fasziniert waren wir von den faulenzenden Seelöwen am Pier 39, die sich die Sonne auf den Pelz brennen liessen. Auch wenn sich die meisten Seelöwen vermutlich den ganzen Tag nicht vom Fleck bewegen, gab es am Rande des Piers immer mal wieder Streitereien zwischen einzelnen Individuen oder vielleicht ist "sich gegenseitig ins Wasser schubsen" einfach ein beliebtes Hobby unter Seelöwen.
San Francisco ist auch berühmt für seine Trämli (public transport in the US - yeah!). Interessant ist, dass die Trämli bei der Endstation von Hand gedreht werden müssen. Vielleicht haben sie diese altertümliche Wendemethode auch beibehalten um die lange Schlange von Touristen zu unterhalten, die darauf warten ins Trämli zu sitzen.
Der nächste Ausflug führte uns ins Monterey Aquarium, südlich von San Jose. Da sieht man zum Beispiel wie Kelp (Seetang) aussieht, bevor es stinkend am Strand herumliegt.
Unsere Lieblingstiere im Aquarium waren eindeutig die Seeotter - wir verbrachten mindestens eine halbe Stunde vor dem Seeotterbecken und schauten ihnen bei der Fellputzeten zu (übrigens die Hauptbeschäftigung eines jeden Seeotters - er stellt damit sicher, dass sein Fell wasserdicht bleibt).
Am Abend feierten wir Mariahs Geburtstag in einem äthiopischen Restaurant - eine interessante und empfehlenswerte Gemeinschaftsesserfahrung (6 Personen essen jeweils mit einer Art Fladenbrot von einer Platte).
Am nächsten Tag hiess es leider Abschied nehmen von Eric und Mariah. Wir hoffen, dass wir sie bald mal in der Schweiz begastfreundschaften dürfen.
